DTTB unterzeichnet Medienkooperation bei Kanzler-Reise in China
DTTB-Chef Dr. Wolfgang Dörner begleitet Bundeskanzler Friedrich Merz nach Peking / Partnerschaft mit Chinese Media Group soll Austausch und Sichtbarkeit von Tischtennis stärken
Peking. Der deutsche Bundeskanzler hatte bei den Reden der Gastgeber beim Staatsbesuch in China genau hingehört. „Zuerst wurde Tischtennis erwähnt und erst danach Fußball“, erzählte Friedrich Merz im Vier-Augen-Gespräch mit Dr. Wolfgang Dörner. Der DTTB-Vorstandsvorsitzende reagierte trocken: „Völlig zurecht.“ In der protokollarischen Reihenfolge der unterzeichneten Vereinbarungen hatte dann allerdings der Deutsche Fußball-Bund die Nase vorn. „Mit diesem Unentschieden können wir gut leben“, kommentiert Dörner augenzwinkernd.
Es war eine Premiere: Erstmals begleitete ein Vertreter des Deutschen Tischtennis-Bundes einen Staatsbesuch in China. Der passende Anlass war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem DTTB und der Chinese Media Group (CMG), dem Mutterkonzern des chinesischen Staatsfernsehens CCTV. Künftig sollen sowohl direkte Begegnungen als auch Kooperationen im Medienbereich weiter intensiviert werden. Mit Millionen Aktiven und Fans in Deutschland und der globalen Strahlkraft Chinas im Spitzensport eröffnet die Partnerschaft erhebliches Potenzial für beide Seiten.

Im Interview mit CCTV hob DTTB-Chef Dörner die weltweit führende Expertise von Chinas Staatsfernsehen in der Tischtennis-Übertragung und -produktion hervor und äußerte seine Vorfreude auf eine künftige Kooperation in den Bereichen Veranstaltungsberichterstattung, Dokumentarfilmproduktion und Eventorganisation.
Im informellen Austausch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Wolfgang Dörner am Rande der zweitägigen China-Reise ging es um die besondere Rolle des Tischtennis-Sports in China, die lange Tradition des deutsch-chinesischen Austauschs sowie die künftige Bedeutung von Tischtennis in Deutschland im chinesischen Fernsehen.
Dörner betonte die verbindende Kraft des Sports: „Tischtennis ist seit Jahrzehnten eine Brücke zwischen Deutschland und China.“
Tischtennis auch international im Fokus: Dörner zieht im Interview positive Bilanz der China-Reise
Frage: Sie waren der erste DTTB-Vertreter auf Staatsbesuch mit dem Bundeskanzler. Wie war das für Sie? Und für die anderen, die vornehmlich Wirtschaftsvertreter und Journalisten waren?
Dr. Wolfgang Dörner: Es war für mich eine sehr große Ehre, Teil der Kanzler-Delegation zu sein. Als ‚Exot‘ aus dem Sport in diesem wirtschaftlich geprägten Umfeld bin ich von allen sehr, sehr freundlich aufgenommen worden. Alle in der Gruppe war sehr offen und konstruktiv. Die Szenerie, in denen die Treffen stattgefunden haben, ob die „Große Halle des Volkes“ oder auch die „Verbotene Stadt“ in Peking, war sehr beeindruckend. Natürlich war die Stimmung auch von den schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gesprächen und von den Herausforderungen gekennzeichnet, vor denen die deutsche Wirtschaft steht, insbesondere was das „Level Playing Field“ in Konkurrenz zu den zu den chinesischen Unternehmen angeht.
In den Medienberichten war öfter davon die Rede, wie gut getimt der Ablauf war. Vor Ihrer DTTB-Zeit waren Sie Mitglied der Geschäftsführung bei der renommierten Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Konnte Sie die China-Reise auch beim Grad der Organisation beeindrucken?
Dörner: Ich bin wirklich verwöhnt durch BCG, was minutiös vorbereitete Meetings angeht, aber das, was ich hier in diesen zwei Tagen erlebt habe, das habe ich noch nie zuvor gesehen: ständig freie Straßen beim Transport zu den verschiedenen Schauplätzen, jedes Meeting auf die Minute genau geplant und innerhalb kürzester Zeit eine sehr große Zahl an Begegnungen. Das schafft man nur, wenn man für eine solche Reise diesen großen politischen Support hat.
Wie liefen denn Ihre Gespräche mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Delegation?
Dörner: Die vielen Fragen und die Diskussionen haben mir gezeigt, dass es ein großes Interesse der Wirtschaft am Sport gibt. Viele wollten wirklich genau verstehen, was es für uns bedeutet, mit dem chinesischen Staatsfernsehen diese Kooperation einzugehen. Ich habe unzählige Eindrücke und Kontakte mitgenommen, von denen ich hoffe, dass sie für das Tischtennis in Deutschland noch sehr wertvoll sein werden.
Wie war Ihr Vier-Augen-Gespräch mit dem Bundeskanzler?
Dörner: Der Bundeskanzler war an der Tischtennis-Diskussion sehr interessiert, und auch die Kolleginnen und Kollegen vom Bundeskanzleramt waren beeindruckt, dass in einer Rede bei der Aufzählung aller abgeschlossenen Abkommen Tischtennis vorne genannt wurde.
Was war das Wichtigste für Sie, was Sie von dieser Reise mitnehmen?
Dörner: Vielleicht das Wichtigste ist der Umstand, dass ich Teil dieser Delegation sein konnte und dass die Chinesen Interesse an uns als Verband und an dieser Kooperation haben. Das zeigt: Tischtennis in Deutschland wird international wahrgenommen – und befindet sich im Aufwind.
Links
- Zum Video-Interview Wolfgang Dörners mit CCTV in Frankfurt kurz vor dem Abflug nach China
- (Zitate auf Englisch, Anmoderation und Text von Reporterin Xubin Kang auf Chinesisch)
- Personalie, Dezember 2024: Dr. Wolfgang Dörner wird neuer Vorstandsvorsitzender des DTTB
- Dr. Wolfgang Dörner bei LinkedIn