Zum 19. Mal ging es in diesem Jahr mit dem WTTV nach Sellin auf die Insel Rügen. Fast genauso oft änderte die Bahn allerdings die Abfahrtszeiten und Züge für unsere Hinfahrt. Trotz allem kamen nach knapp 14 Stunden Fahrt (geplant waren elf) gegen 21 Uhr alle 39 Teilnehmenden und sechs Betreuer vollständig in der Jugendherberge an.
Sollten noch irgendwelche Fragen zur Ferienfreizeit auftreten: Gerne ein Blick in folgendes Video:
Die Currywurst am Berliner Hbf längst vergessen, ging es direkt zum Abendessen, bevor Zimmer und Betten bezogen wurden. An dieser Stelle ein großes Shoutout an die Mitarbeitenden der Jugendherbergsküche, die extra wegen uns zwei Stunden länger geblieben sind!
Der erste richtige Tag startete mit der fortan täglichen Trainingseinheit, ehe es am Nachmittag beim Kennenlernturnier erstmals zur Sache ging. Dass es bei der anschließenden Siegerehrung einen 1. Platz und danach direkt gleich drei 4. Plätze gab, irritierte dabei nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch einige Betreuer. Ein kleiner Fehler, den sich Betreuer Steffen im weiteren Verlauf bestimmt nur zwei- bis 16-mal anhören durfte (und der alle anderen natürlich nur ganz wenig amüsierte). Schere.

Mindestens genauso groß war die Freude eines Teilnehmenden, der sich hüpfend auf den Weg in sein Zimmer machte, nachdem er endlich das WLAN-Passwort bekommen hatte. Deutlich weniger Grund zur Freude hatte dagegen Betreuer Denis, der seinen ersten Einkauf im „gut ausgestatteten“ EDEKA bei strömendem Regen antreten durfte. #RegenDenis Der obligatorische Spaziergang durch Sellin rundete den ersten Tag schließlich bei dem einen oder anderen Eis ab. Am nächsten Tag stand das Basketballturnier auf dem Programm. Nach einem reibungslosen Verlauf konnte man fast glauben, dass der Gruppe in diesem Jahr sämtliche Krankenhausbesuche erspart bleiben würden. Spoileralarm: Man lag selten so falsch. Bei der Schnitzeljagd am Abend nahm ein Teilnehmer den Namen der Veranstaltung besonders ernst und entschied sich kurzerhand dazu, tatsächlich ein Schnitzel zu essen. Andere wiederum nutzten die Aufgaben, um fleißig Werbung für ihr neues Durstlöscher-Business zu machen. Währenddessen ließen es sich die Betreuer bei dem einen oder anderen Eis gut gehen und schmiedeten Pläne, besonders laute Passanten nicht nur mit einem, sondern gleich mit ALLEN verfügbaren Tischtennisbällen abzuwerfen. Selbstverständlich blieb es bei rein theoretischen Überlegungen. Der erste größere Ausflug führte die Gruppe am folgenden Tag nach Bergen. Da man sich auf das „beste Busunternehmen Deutschlands“ wie gewohnt hervorragend verlassen konnte (Ironie off), riss Betreuer Denis mit dem WTTV-Bulli so einige Kilometer ab. Rügen-Veteran Steffen wiederum hat sich währenddessen mit einer Gruppe in Bergen garantiert nicht verlaufen. Wirklich nicht. Niemals.
Einen besonderen Wendepunkt stellte der folgende Donnerstag dar. Von nun an durfte sich Betreuerin Ulrike darüber freuen, der neue Notfallkontakt für die Eltern zu sein. Steffens Handy hatte sich nämlich spontan für einen Tauchgang im Hafen von Lauterbach entschieden und unterhält seitdem die dortige Unterwasserwelt. Dies nahmen die Betreuer Nico und Ulrike zum Anlass, um bis zum Ende der Fahrt die ganze Jugendherberge mit Witzen über Steffen und sein versunkenes Handy zu unterhalten. Denis nutzte die Gelegenheit direkt, um seine Kontakte zur ARAG weiter zu vertiefen, während sich der Rest der Truppe mehr oder weniger sicher beim Stand-up-Paddling schlug. Pizza, Tanzeinlagen à la Dirty Dancing und eine ordentliche Portion Dampf vom Rasenden Roland läuteten schließlich das Ende eines ereignisreichen Tages ein.
Der Freitag war anschließend nicht nur der Tag mit den meisten Bauchklatschern beim Wasserski, sondern gleichzeitig Premierentag für den „Gummibären-Talk“. Dabei handelte es sich um einen abendlichen Podcast einiger Teilnehmender, in dem der jeweilige Tag bewertet und mit täglich wechselnden Gästen über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens gesprochen wurde. Qualitätsunterhaltung direkt aus der Jugendherberge. Bestes Wetter brachte anschließend den ersten Strandtag – und beinahe einen neuen Teilnehmer. Ein einheimischer Junge, nennen wir ihn einfach mal Tom, konnte gar nicht genug davon bekommen, Steffen zu packen und ihn wahlweise ins Meer oder in den Sand ziehen zu wollen. Dass niemand aus der Gruppe Tom jemals zuvor gesehen hatte und eigentlich auch niemand wusste, zu wem er gehörte, irritierte zunächst ein wenig. Wirklich zu stören schien es allerdings auch niemanden.
Einen weiteren eher unerwarteten Zwischenfall erlebte wenig später einer unserer Teilnehmer: Bei einer etwas unglücklichen Aktion landete eine Qualle in seinem Auge. Vorsichtshalber machten sich Ulrike und Steffen daraufhin mit ihm auf den Weg in die Uniklinik nach Greifswald. Sechs Stunden, zwei 75-Cent-Kakao und einen Abstecher zu McDonald’s später kamen schließlich alle wohlbehalten gegen 3 Uhr morgens wieder in der Jugendherberge an. Ein etwas ereignisreicherer Abend auf Rügen also. Dass auch nach einigen Tagen noch längst nicht alle Namen saßen, sorgte derweil für ganz eigene Lösungsansätze. Ein Teilnehmer brachte es schließlich auf den Punkt: „Kennenlernspiele 2.0 – Jetzt wird geheiratet!“ Ob eine Hochzeit tatsächlich beim Namenlernen geholfen hätte, wurde vorsichtshalber nicht ausprobiert.
Für weniger Liebe, dafür aber krassen Ragebait sorgte am nächsten Tag (wer hätte es gedacht) die Zuverlässigkeit der Busse. Von sieben geplanten Verbindungen fielen kurzerhand sechs aus. Denis und einer der Teilnehmenden ließen sich deshalb von Steffen zum Bahnhof fahren, um bereits nach einer Woche (aus privaten Gründen) das Handtuch zu werfen und die Heimreise anzutreten.
Von da an gab es auch einen neuen Stammgast beim Gummibären-Talk – und der hatte direkt einiges zu berichten. Denn die Freizeit dieses Jahr hatte eine Premiere, die für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Eine willkommene Abwechslung bot anschließend der Ausflug nach Stralsund. Die dortige Shoppingtour nutzten die Teilnehmenden nicht nur für Souvenirs, sondern auch, um einem Betreuer vorsorglich stressreduzierende Bälle zu besorgen. Warum die nach den bisherigen Tagen notwendig sein könnten, bleibt völlig unklar. Um auf dem Rückweg nicht wieder auf die Busse angewiesen zu sein, setzte man stattdessen auf den wie immer zuverlässigen Rasenden Roland.
„Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“ lautete das Motto der diesjährigen Wanderung. Nach einem Zwischenstopp am Jagdschloss Granitz fand sie schließlich beim Kartoffeldöner in Binz ihr wohlverdientes Ende. Dass Kartoffelpüree auf einem Döner offenbar eine Spezialität auf Rügen ist, hatte bis dahin noch niemand geahnt. Man lernt eben nie aus. Genauso wenig hatte allerdings jemand mit einer einstündigen Verspätung des Rasenden Rolands gerechnet. D
er Grund: Ein Auto war gegen den Zug gefahren. Ja, genau in dieser Reihenfolge. Wie genau man es schafft, mit einem Auto einen Zug zu rammen, ist und bleibt eines der großen Rätsel dieser Ferienfreizeit.
Ähnlich unerwartet verlief der folgende Tag im Karls Erlebnis-Dorf. Statt des erhofften Erdbeer-Döners gab es lediglich einen Erdbeer-Burger, der nicht einmal wirklich nach Erdbeere schmeckte. Enttäuschung auf ganzer Linie. Der Höhepunkt des Tages folgte dafür bei den Störtebeker Festspielen, die unfreiwillig zu einem echten 4D-Erlebnis wurden. Denn dort versanken nicht nur die Schiffe im Wasser, sondern bei einem kräftigen Gewitter gefühlt auch gleich das gesamte Publikum. Früher als erwartet und vor allem deutlich nasser ging es zurück in Richtung Jugendherberge. Natürlich nicht, ohne den WTTV-Bulli auf der Rückfahrt kurzerhand zum Party-Bus umzufunktionieren. Da es im Münsterland anscheinend keine Pfannkuchen mehr gibt, war die Freude einiger Teilnehmender besonders groß, als diese am letzten Tag zum Mittagessen serviert wurden. Was als normales Mittagessen begann, entwickelte sich schnell zum Wettessen und endete bei insgesamt rund 400 gegessenen Pfannkuchen. Davon kann sich das Wurstgulasch mal eine Scheibe abschneiden.
Nach einem Nachmittag in einem fast menschenleeren Schwimmbad und einem weiteren Betreueressen (#Betreueressen2031) stand schließlich der Abschlussabend an. Die Siegerehrung der Schnitzeljagd geriet dabei fast zur Nebensache, als die Videobotschaft eines ehemaligen Teilnehmers abgespielt wurde. Bei bester Stimmung endete der Abend schließlich mit Karaoke, ehe auch die letzten Koffer gepackt wurden. Doch selbstverständlich ließen es sich die Busse auch am Abreisetag nicht nehmen, ein letztes Mal ihre beeindruckende Unzuverlässigkeit unter Beweis zu stellen. Daher stand kurzerhand die vierte Fahrt mit dem Rasenden Roland innerhalb von zwei Wochen an, um noch rechtzeitig den Zug nach Hause zu erreichen – neuer Rekord! Im Zug bekam Steffen schließlich noch ein letztes Mal die Gelegenheit, allen ausführlich zu erklären, mit was für einem ICE man eigentlich unterwegs war. Nach und nach stiegen die ersten Teilnehmenden aus, die Gruppe wurde immer kleiner und schließlich endete die Ferienfreizeit nach zwei ereignisreichen und viel zu kurzen Wochen.
Zurück bleiben jede Menge Geschichten, neue Insider, mindestens ein Handy im Hafen von Lauterbach, vermutlich traumatisierte Busfahrpläne und die Erkenntnis: Auf Rügen weiß man morgens vielleicht noch nicht, was der Tag bringt. Aber langweilig wird es garantiert nicht.
Wer sich nach all diesen Geschichten jetzt denkt: „Da muss ich nächstes Jahr unbedingt dabei sein!“, sollte sich den 8. bis 21. August 2027 schon einmal ganz dick im Kalender markieren. Dann geht es wieder mit dem WTTV nach Sellin; hoffentlich mit zuverlässigeren Bahnen und Bussen und Handys, die diesmal über dem Meeresspiegel bleiben. Was wir allerdings versprechen können: zwei Wochen voller Tischtennis, Ausflüge, neuer Freundschaften und Geschichten, die man sich noch Jahre später erzählt. Die Anmeldung für die Ferienfreizeit 2027 folgt. Also: Augen offen halten und schnell sein.