Münsters Tischtennis-Szene trauert um einen ganz besonderen Spieler. Bereits Mitte Mai verstarb Horst Ilberg im Alter von 95 Jahren. Die Beisetzung findet am kommenden Freitag (19. Juni) in Münster-Mecklenbeck statt.

Horst Ilberg
1930 in Wetter/Ruhr geboren schrieb Ilberg als Tischtennisspieler des benachbarten VfL Eintracht Hagen Sportgeschichte. In jungen Jahren hatte er mit dem VfL Hagen auf westdeutscher Ebene Handball und Fußball gespielt. Doch seine eigentliche Passion war der Tischtennissport. 1948 feierte Horst Ilberg den Gewinn der Silbermedaille im Doppel bei den deutschen Jugendmeisterschaften. Zudem führte er den Hagener Traditionsclub als Mannschaftskapitän in der höchsten deutschen Spielklasse auf den 2. Platz und wurde 1951 als westdeutscher Meister bei den deutschen Meisterschaften Dritter im Doppel. 1953 holte Horst Ilberg dann DM-Bronze im Einzel und nahm an den Weltmeisterschaften im rumänischen Bukarest teil, wo er mit der deutschen Nationalmannschaft den 7. Platz erkämpfte. In der gesamtdeutschen Rangliste wurde er 1953 auf Platz 10 geführt.
Mehr als 30 Jahre später, inzwischen in Münster, spielte er u.a. für den TTC Westfalia Münster (einem Vorläufer des heutigen 1. TTC Münster) in der Verbandsliga, für die DJK Borussia Münster in der Bezirksklasse und besonders erfolgreich für Westfalia Kinderhaus. Ilberg hatte großen Anteil an den acht Aufstiegen in Folge, die die Westfalia bis in die 2. Bundesliga spülten.
In der Folge glänzte Ilberg vor allem in den Altersklassen. Seine Laufbahn krönte der ehemalige Nationalspieler durch den Gewinn der Silbermedaille bei den deutschen Seniorenmeisterschaften 1992, dem 1994 in Flensburg sogar DM-Gold folgen sollte. Zwischen 1993 und 1995 holte er gemeinsam mit Partnerin Martha Wilke dreimal in Folge den DM-Titel im Mixed-Doppel in der Altersklasse Ü60. Zudem stürmte Ilberg 1997 ins internationale Rampenlicht, als er in Prag Vizeeuropameister im Senioreneinzel wurde. 1998 stand das Duo Ilberg/Wilke bei der DM in Neuhausen wieder ganz oben auf dem Treppchen. Im Jahr 2002 setze sich Horst Ilberg dann gemeinsam mit Otto Rau in Berlin die nationale Krone im Doppel der Altersklasse Ü70 auf.
Die Krönung seiner sportlichen Laufbahn folgte im Jahr 2000, als er in Kanada im Einzel Vizeweltmeister und im Doppel Weltmeister seiner Altersklasse wurde. Parallel dazu feierte er mit DJK Westfalia Senden zwischen den Jahren 2000 und 2005 mit drei Aufstiegen den Durchmarsch von der Kreis- bis in die Landesliga. Abgerundet wird seine stolze Bilanz durch nicht weniger als 25 Goldmedaillen bei westdeutschen Meisterschaften. Die Erfolge schienen irgendwie eine Art Jungbrunnen für Horst Ilberg, der zwar kurz nach Vollendung seines 75. Lebensjahr seine aktive Laufbahn beendete, aber bis ins hohe Alter noch immer über eine erstaunliche Fitness und Reaktionsfähigkeit verfügte.
Ehemalige Weggefährten beschreiben Horst Ilberg als absolutes Vorbild. Immer spielte er mit vollem Einsatz, als Einzel- wie als Mannschaftsspieler. „Er war immer geradeaus, eine ehrliche Haut“ ist oft zu hören gewesen. Alle, die ihn kannten, trauern um Horst Ilberg. Den Angehörigen gilt die aufrichtige Anteilnahme vieler Tischtennis-Generationen.
Text: Ralf Brameier