Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Paul Wilhelm Marx, der am 11. März 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert der Tischtennissport – insbesondere im Westdeutschen Tischtennis-Verband e.V. – eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Wirken über Jahrzehnte hinweg Maßstäbe gesetzt hat.

Foto: Jens Rustemeier

Paul Wilhelm „Pewe“ Marx. (Foto: Jens Rustemeier)

Mehr als sechs Jahrzehnte prägte Paul Wilhelm Marx als Schiedsrichter das Geschehen an den Tischen. Seit dem Erwerb seiner ersten Schiedsrichterlizenz im Jahr 1959 stellte er sein Leben in den Dienst des Sports. Was zunächst auf Anregung seiner Ehefrau Roswitha begann, entwickelte sich zu einer einzigartigen Laufbahn, die ihresgleichen sucht. Mit großem Pflichtbewusstsein, unerschütterlicher Fairness und einer beeindruckenden Leidenschaft sorgte er stets dafür, dass der Sport in geordneten und respektvollen Bahnen verlief.

„P.W.“ oder auch „PeWe“, wie ihn Freunde und Weggefährten liebevoll nannten, war weit mehr als ein Schiedsrichter. Er war eine Institution. Generationen von Spielerinnen und Spielern, Offiziellen und Kollegen begegneten ihm mit Respekt und Anerkennung. Sein Markenzeichen – das grüne Jackett – wurde zu einem Symbol seiner Persönlichkeit: unverwechselbar, beständig und voller Charakter. Dass ihm dieses Jackett sogar durch eine eigens geschaffene Ausnahmeregelung erhalten blieb, spricht für die besondere Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde.

Seine Karriere führte ihn weit über die Grenzen der Region hinaus. Als internationaler Schiedsrichter war er bei bedeutenden Veranstaltungen im Einsatz, darunter die Weltmeisterschaften 1969 in München und 1989 in Dortmund. Gleichzeitig blieb er stets seiner Heimat und dem Verband treu. Ob bei großen Turnieren oder im lokalen Spielbetrieb – Paul Wilhelm Marx war präsent, verlässlich und mit ganzem Herzen dabei. Besonders am Herzen lag ihm auch der Behindertensport, den er mit großem Engagement unterstützte.

Noch im hohen Alter von 91 Jahren stand er als Oberschiedsrichter in der Regionalliga an der Umrandung und leitete – auf eigenen Wunsch – sein letztes Spiel. Es war ein würdiger Abschied nach 63 Jahren aktiver Schiedsrichtertätigkeit. An diesem Tag stand nicht nur der Sport im Mittelpunkt, sondern auch der Mensch, der ihn so lange geprägt hatte.

Für seine Verdienste wurde Paul Wilhelm Marx vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Ehrenplakette des WTTV sowie der goldenen Ehrennadel. Doch mehr als alle Auszeichnungen bleibt sein Vermächtnis: seine Haltung, seine Leidenschaft und sein unermüdlicher Einsatz für Fairness und Respekt im Sport.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Paul Wilhelm Marx wird uns als Vorbild, als Persönlichkeit und als Freund in Erinnerung bleiben. Sein Platz in der Geschichte des Tischtennissports ist ihm gewiss.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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