Am Wochenende findet in Lehrte (Niedersachsen) das wichtigste Ranglistenturnier auf Bundesebene statt, das Top12. Fünf WTTV-Spieler haben sich über das Top 48 und Top 24 dafür qualifiziert. Wir haben mit WTTV-Cheftrainer Stephan Schulte-Kellinghaus über das Turnier und seine Einschätzung über das Abschneiden unseres Nachwuchs gesprochen.

Stephan, das Top 12 steht vor der Tür. Was ist das Besondere an dieser Rangliste, bei der die Spieler 11 Begegnungen auf sehr hohem Niveau an zwei Tagen bestreiten müssen?

Stephan Schulte-Kellinghaus: Das Top 12 ist ein sehr hartes und anspruchsvolles Turnier. Alle Athletinnen und Athleten haben sich sicher eine Platzierung in den Kopf gesetzt, die sie auch erreichen wollen. Da spielen Hoffnung, Realismus und derzeitige Form sicher eine Rolle. Häufig ist nach einigen Runden – gerade im Nachwuchs – dann aber alles über Bord geworfen, weil es eben nicht lief, wie erwartet – und das im positiven, wie im negativen Sinne. Die Athletinnen und Athleten müssen nach jeder Runde mit Erfolg und Misserfolg umgehen, sich innerhalb von einer halben Stunde auf einen neuen Gegner, der sich mindestens auf Augenhöhe bewegt, vorbereiten. Die Pausen sind bei einem solchen Turnier manchmal genauso entscheidend, wie die Gestaltung der Partien gegen die Gegner.

Kommen wir zu unseren Startern. Leonie Berger (Borussia Düsseldorf) hat sich durch ihren sechsten Platz beim Top 48 und siebten Rang beim Top 24 für das Turnier qualifiziert. Wie siehst du ihre Chancen?

Stephan Schulte-Kellinghaus: Die Erwartungen an Leonie sind nach ihrer überragenden letzten Saison sehr hoch. Allerdings wird oft vergessen, dass sich Leonie im ersten Jugendjahr befindet und einige ihrer Konkurrentinnen haben schon WM-Erfahrung und mussten sich erst gar nicht für das Top 12 qualifizieren, sondern wurden bis hierher freigestellt. Sollte Leonie am Ende auf einem der ersten sieben, acht Plätze landen, hätte sie sich schon deutlich in der Altersklasse etabliert.

Bei den Jungen haben sich gleich zwei WTTV’ler qualifiziert, Tom Mykietyn (TG Neuss) und Guo Jiaxing (Borussia Düsseldorf). Tom möchte nach seinem zweiten Platz beim Top 24 sicherlich auch beim Top 12 auf das Treppchen, oder?

Stephan Schulte-Kellinghaus: Tom spielt seit ganz vielen Jahren, schon zu Schülerzeiten, um die Medaillen mit, wenn es darum geht, die besten deutschen Schüler- und Jugendspieler zu ehren. Er wird im letzten Jugendjahr sicher ein großes Wörtchen mitzureden haben, wenn es um die ersten drei Plätze geht. Wir hoffen und wünschen ihm, dass ihm das gelingen kann. Für ihn waren die letzten Top12 aufgrund von Verletzungen nicht immer zufriedenstellend. Wenn Tom ohne Beschwerden ist, kann er in Lehrte ein tolles Ergebnis erreichen.

Mich hat das Abschneiden von Jiaxing sehr positiv überrascht, dass er in seinen ersten nationalen Turnieren für den WTTV bereits so gute Leistungen abrufen konnte, war sehr erstaunlich. Außerdem ist Jiaxing mit Jahrgang 2003 auch noch in seinem ersten Jugendjahr. Wie siehst du das?

Stephan Schulte-Kellinghaus betreute Jiaxing beim Top 48

Stephan Schulte-Kellinghaus: Jiaxing ist beim Top 48 sehr nervös und wenig erfolgreich gestartet und es sah nach den ersten drei Gruppenspielen so aus, dass er sich wohl nicht für das Top 24 qualifizieren könnte. Genau an diesem Punkt hat er angefangen, wie ein Löwe zu kämpfen und viele knappe und wichtige Spiele für sich entscheiden können. Es war sehr beeindruckend, wie er, obwohl er keine Erfolgserlebnis hatte, anfing, an sich und seine Stärken zu glauben. Genauso lief es auch beim Top 24. Im Grunde genommen, hat Jiaxing alles niedergekämpft, was möglich war. Die Topspieler allerdings konnte er nicht schlagen. Die Teilnahme ist schon ein Erfolg. Mich würde es nicht wundern, wenn er sich wieder mit vollem Herzen ins Turnier kämpft und einen Platz unter den besten zehn Spielern belegen könnte.

Auch in der Schülerkonkurrenz sind wir mit zwei Spielern vertreten. Marco Stefanidis (Heiligenhauser SV) und Marco Panic (BV Borussia Dortmund). Was traust du unseren Jüngsten zu?

Stephan Schulte-Kellinghaus: Marco Stefanidis hat in dieser Saison eine ganz tolle Entwicklung genommen. Er hat beim Top 48 sehr unbekümmert gespielt und sich ungefährdet unter die besten Acht gespielt. Beim Top 24 hat er ebenso unbekümmert gespielt, war dort aber auch schon taktisch reifer und konnte sich sicher für das Top 12 qualifizieren. Wir sind gespannt, ob er das am Wochenende noch toppen kann. Ich denke, Marco sollte unbekümmert bleiben und sich nicht einem zu großen Druck aussetzen. Er kann sicher auf einem Platz von 4-8 kommen, jedoch ist es oft ein schmaler Grad bis Platz 10, 11 oder 12.

Für Marko Panic gilt das Gleiche. Die Qualifikation zum Top12 hat sich der Westdeutsche Schülermeister sehr sicher geholt. Es hat den Anschein, dass Marko bisher der Spieler war, der nur gegen die Top Vier (Hollo, Köhler, Senkbeil und Schwaiger) nicht gewinnen konnte, gegen die gesamte übrige Konkurrenz allerdings problemlos gewann. Wir sind gespannt, was letztlich passieren wird. Von seinem Potential her, ist es Marko zuzutrauen, unter die Top Fünf zu kommen.

Stephan, vielen Dank für das Interview. Wir drücken Euch die Daumen und wünschen viel Erfolg in Lehrte!

Aufgrund einer Absage in der Mädchenkonkurrenz hat Anni Zhan (Anrather TK) einen Startplatz erhalten. Wir freuen uns sehr, dass Anni nach ihrem dritten Platz beim Top 48 und Rang neun beim Top 24 die Möglichkeit bekommt, an der Bundesrangliste teilzunehmen.

Die Teilnehmerliste, Gruppenauslosung und die Ergebnisse finden Sie HIER.

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