,tischtennis‘ im September: DM-Analyse und Corona-Zwischenbilanz

Im Mittelpunkt der September-Ausgabe steht der Rückblick auf die Deutsche Meisterschaft in Bremen, bei der es dieses Mal einige überraschende Ergebnisse gab, auch wenn am Ende mit Nina Mittelham und Benedikt Duda zwei Favoriten ganz oben auf dem Treppchen standen. Im Interview mit DTTB-Sportdirektor Richard Prause geht der Blick noch mal zurück auf die Olympischen Spiele in Tokio – und voraus auf die Spiele 2024 in Paris. Außerdem im Heft: Die Corona-Zwischenbilanz – wie sehr hat die Pandemie den Tischtennisvereinen in Deutschland geschadet?

Im Regionalteil:

Gut aufgestellt für die Zukunft (Editorial)
Ein ganzes Wochenende Tischtennis mit interessanten und wichtigen Themenstellungen stand in Gladbeck für den WTTV auf dem Programm. Den Auftakt bildete eine erste Bestandsaufnahme der Tätigkeiten und Pläne zu „WTTV.2031“. Dem schloss sich das Thema der nach wie vor rückläufigen Zahlen im Mädchen- und Frauen-Tischtennis an. Hier will man die Ärmel nochmal aufkrempeln und den Abwärtstrend stoppen. Am Abend waren zahlreiche Gratulanten zur Feier des 90-jährigen Bestehens gekommen, wobei die Wertschätzung der Gäste gegenüber unserem Verband allgegenwärtig spürbar war. Man blickte gemeinsam zurück auf vergangene Zeiten und natürlich auch nach vorne in die Zukunft. Und dabei hatte man sich natürlich viel zu erzählen…
Der Verbandstag am Sonntag stellte die Weichen für die Veränderungen im zukünftigen strukturellen Zuschnitt des Verbandsgebietes. Dabei wurde mit knapp 72 Prozent der Delegiertenstimmen für die Einteilung NRWs in Bezirke votiert, die Ebene der Kreise wird ab der Spielzeit 2023/24 entfallen.
Bitte bleiben Sie neugierig!
Klaus Verburg (Vizepräsident Verbandskommunikation)

Im Hauptteil:

Das Turnier der Überraschungen endete mit zwei Favoritensiegen: Mit Benedikt Duda und Nina Mittelham setzten sich bei den Deutschen Meisterschaften in Bremen die einzigen beiden Olympia-Fahrer durch, die in der ÖVB-Arena an den Start gegangen waren. Zuvor hatte es bei den nationalen Titelkämpfen aber zahlreiche unerwartete Resultate gegeben, einige Youngster machten den Arrivierten das Leben schwer. tischtennis-Redakteur Jan Lüke hat das Geschehen vor Ort beobachtet und sich nicht nur mit den Stars der DM beschäftigt, sondern auch einem der vielen Amateurspieler, die bei diesem Turnier Jahr für Jahr an den Start gehen. Patrick Decker, mit 43 Jahren ältester Starter der DM, hat Lüke erzählt, was für ihn den Reiz an den Deutschen Meisterschaften ausmacht.

Kilian Ort fehlte in Bremen verletzungsbedingt, und doch ist er der „Spieler des Monats“ in der September-Ausgabe von tischtennis. Denn der Bad Königshofener hatte bei seinem ersten internationalen Turnier seit langem für Aufsehen gesorgt, sich aus der Qualifikation bis ins Finale des WTTC Contender in Budapest vorgekämpft und im Doppel mit Tobias Hippler den Turniersieg geholt. Orts Krankenakte ist lang, ob er in Budapest überhaupt würde starten können, war lange offen. Wie er es auch mit eingeschränktem Trainingspensum geschafft hat, den nächsten Schritt zu machen, erzählt Ort in tischtennis.

DTTB-Sportdirektor Richard Prause wird Orts Auftritt genau wie die von den DM-Überraschungen Kay Stumper, Fanbo Meng  oder Annett Kaufmann mit Interesse verfolgt haben. Denn im Olympia-Kader gehörte die Mehrzahl der Spieler zur Ü30-Fraktion. Ist bis zu den nächsten Olympischen Spielen ein Generationenwechsel notwendig? Das hat tischtennis-Autor Dietmar Kramer Prause im Interview gefragt, in dem der Sportdirektor auch noch mal die Ergebnisse der Spiele in Tokio einordnet, über die Auswirkungen der beiden Olympia-Medaillen auf die Fördergelder für den DTTB spricht und auf die Team-EM Ende September vorausblickt.

Auch für Maik Gühmann steht im September ein sportlicher Höhepunkt an. Der Hamburger startet bei der Parkinson-WM in Berlin. Mit 39 Jahren war bei ihm die Erkrankung des zentralen Nervensystems festgestellt worden, sein Zustand verschlechterte sich zusehends, an Sport war überhaupt nicht zu denken. Nun hat er, mit 54 Jahren, gerade bei der TTG Hamburg-Nord sein Wettkampfdebüt in der Kreisliga gefeiert. „Wenn ich am Tisch stehe, habe ich keine Zeit, über die Krankheit nachzudenken“, sagt Gühmann. Seine bewegende Geschichte lesen Sie in der September-Ausgabe.

Während bei der TTG Hamburg-Nord auch nach der langen Zwangspause der Zulauf groß ist, werden in vielen anderen Vereinen nun die Auswirkungen der Coronakrise sichtbar. Ablesen lässt sich das an den Mannschaftsmeldezahlen zur neuen Saison. Sieben Prozent weniger Herren-Teams als noch im Vorjahr – und beim Nachwuchs ein Rückgang von etwa 20 Prozent. Warum sind ausgerechnet die Zahlen bei den Kindern und Jugendlichen so eingebrochen? Was können Vereine tun, um jetzt neuen Schwung reinzubekommen? Und warum sind viele Vereins- und Verbandsverantwortliche dennoch so optimistisch, dass sich die Zahlen schon bald wieder deutlich positiver lesen? Das steht in tischtennis.

Fest steht: Wer Kinder und Jugendliche im Verein halten will, der muss ein attraktives Training bieten. Anregungen dafür finden Sie auch diesmal in der Rubrik Trainingstipps. Lernen Sie ein Spiel kennen, für das es unzählige Variationen gibt.
(myTischtennis)