Anne Sewöster und Gianluca Walther holen die Einzeltitel bei den Westdeutschen Meisterschaften.
Wie im vergangenen Jahr traf sich auch diesmal die Tischtennis-Elite des WTTV im nordwestlichen Teil des Münsterlandes, und zwar in Ochtrup, um ihre Meister zu ermitteln. Gesucht wurden sowohl bei den Damen und wie bei den Herren die Titelträger im Einzel und im Doppel. Einen Mixed-Wettbewerb, wie er demnächst bei den Deutschen Meisterschaften und auch bei Olympia angeboten wird, gibt es derzeit noch nicht.
Die Vorrunde bot relativ wenig Überraschungen. Die Favoriten setzten sich ausnahmslos – zum Teil sehr überlegen – durch. Doch in der Hauptrunde wurde es dann richtig spannend. Bereits im Achtelfinale trafen Lennart Wehking (1. FC Köln) und Hermann Mühlbach (TTC GW Bad Hamm) aufeinander. Noch vor wenigen Jahren hätte dies auch die Endspielpaarung zweier Favoriten sein können. Doch beide treten mittlerweile etwas kürzer. In einem teilweise engen Spiel setzte sich Wehking letzten Endes recht sicher mit 4:2 durch. Und dass der Kölner es immer noch richtig gut kann, bewies Wehking in der folgenden Runde. Er lieferte eines der besten Spiele ab, die in den letzten Jahren auf den Westdeutschen gespielt wurden. Gegen den Top-Favoriten Erik Bottroff (Borussia Dortmund) zeigte Wehking sein allerbestes Tischtennis. Nach sechs Sätzen stand es 3:3. Im Entscheidungssatz wogte das Geschehen hin und her. 4:0, 5:5, 8:6, 8:8, 10:8, 11:9. Nach teilweise grandiosen Ballwechseln,
die ohne Zweifel gutes Erstliga-Niveau erreichten, hatte Lennart am Ende ganz knapp die Nase vorn. Die Zuschauer waren begeistert.

Erik Bottroff – voller Einsatz

Doch Wehking war nicht der einzige, der einen richtig guten Tag erwischt hatte. Im Halbfinale traf er auf Michael Servaty (TG Neuss) und verlor nach zunächst klarer Führung am Ende hauchdünn mit 3:4. Und so kam es, dass sich im Finale die beiden „jungen Wilden“ Michael Servaty und Gianluca Walther (1. FC Köln) gegenüberstanden. „Endlich konnten sich einmal die jungen Burschen durchsetzen,“ stellte Johannes Dimmig (WTTV-Verbandstrainer) schon fast erleichtert fest. Walther, an Nr. 2 gesetzt, hatte nur im Viertelfinale gegen den letztjährigen Finalisten Daniel Halcour (ASV Einigkeit Süchteln) wirkliche Schwierigkeiten gehabt. Im Halbfinale besiegte er seinen Mannschaftskollegen Björn Helbing mit 4:2. Und im Finale drehte er dann richtig auf. Er ließ seinem Kontrahenten kaum Entfaltungsmöglichkeiten, hatte fast immer die richtige Antwort auf dessen Angriffsbemühungen parat und fuhr letztlich einen sicheren 4:1-Sieg ein. Sein erster großer Erfolg bei den Herren.

1. Walther, 2. Servaty, 3. Wehking, Helbing

Auch bei den Damen blieben Überraschungen nicht aus. So traf Ani Zhan (Anrather TK RW) im Viertelfinale auf die an Nr. 2 gesetzte deutsche Schülermeisterin Leonie Berger (Borussia Düsseldorf). Berger führte nach Sätzen 3:1 und nach Punkten 10:5. Sie ließ fünf Matchbälle liegen. Anschließend lag sie mit 3:2 und 10:8 vor. Doch all diese Chancen reichten nicht. Am Ende unterlag Berger denkbar knapp mit 10:12 im Entscheidungssetz. Im Halbfinale war dann aber auch für Zhan das Turnier zuende. Gegen die routinierte Anne Sewöster (TuS Bardüttingdorf-Wallenbrück), die sie bei den letzten deutschen Meisterschaften in Berlin noch bezwungen hatte, unterlag sie recht deutlich 1:4. Sewöster, die aus beruflichen Gründen in den Bereich des WTTV gewechselt ist, spielte an diesem Tag zu sicher und zu druckvoll. Auf der anderen Seite des Tableaus setzte sich die an Nr. 1 gesetzte Miriam Jongen ((SV DJK Holzbüttgen) ganz sicher durch. Zu keiner Zeit geriet sie in Gefahr und gab bis zum Finale insgesamt nur einen einzigen Satz ab. Doch im Finale ging dann auf einmal gar nichts mehr. Gegen eine hochkonzentrierte Anne Sewöster unterlag Jongen deutlich mit 0:4.

1. Sewöster, 2. Jongen, 3. Schönau, Zhan

Während sich im Herren-Doppel die Favoriten durchsetzten, spielten bei den Damen zwei Youngster groß auf. Die jüngste Teilnehmerin des Turniers, die 13-jährige Melinda Maiwald (TTV Hövelhof), Nr. 34 der Setzliste, bezwang mit ihrer auch erst 14 Jahre alten Partnerin Hannah Pollmeier (TTV Hövelhof), Nr. 26 der Setzliste, zunächst Zhan/Straube deutlich mit 3:0 und dann die an Nr. 1 gesetzten Jongen/Scherring mit 3:2. Im Halbfinale war dann allerdings Schluss, hier unterlagen die beiden Sewöster/Thöne mit 0:3.

Maiwald/Pollmeier – die Überraschung im Damen-Doppel

Das Finale entwickelte sich etwas überraschend zu einer klaren Angelegenheit. Berger hatte ihre Einzelniederlage gut verdaut und gewann an der Seite von Melissa Dorfmann (beide Borussia Düsseldorf) sicher mit 3:0.

Die Siegerinnen im Damen-Doppel Dorfmann/Berger

Im Finale des Herren-Doppels standen sich alte Bekannte gegenüber. Helbing/Wehking trafen auf Bottroff/Mühlbach. Nach gewonnenem erstem Satze verloren Bottroff und Mühlbach den Faden und mussten sich letzten Endes deutlich mit 1:3 geschlagen geben.

Sieger im Herren-Doppel Wehking/Helbing

Für die Deutschen Meisterschaften, die vom 1.3. bis 3.3. in Wetzlar stattfinden, haben sich – zum Teil über Ranglistenturniere – qualifiziert:
Damen: Miriam Jongen, Anne Seewöster, Hannah Schönau.
Herren: Erik Bottroff, Gerrit Engemann, Björn Helbing, Robin Malessa, Thomas Pellny, Michael
Servaty, Gianluca Walther, Lennart Wehking
Impressionen von Jörg Fuhrmann

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