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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! – so hieß es bei der zweiten Auflage der Gedenkstättenfahrt des WTTV, die dieses Jahr nach Berlin führte.

Berlin war das Ziel der diesjährigen Gedenkstättenfahrt des WTTV.

 

Nachdem die Gedenkstättenfahrt nach München im letzten Jahr bereits sehr gut angenommen wurde, nahmen diesmal auch wieder 16 Teilnehmende zwischen 18 und 27 Jahren inkl. einiger Betreuer an der Fahrt nach Berlin teil. Viele der Teilnehmenden waren schon in München mit dabei und freuten sich nun auf eine Neuauflage der Gedenkstättenfahrt in Berlin. Doch auch die „Neuen“ freuten sich auf spannende und schöne Tage in Berlin.

Organisiert wurde die Fahrt vom Vizepräsidenten Sportentwicklung, Erwin Daniel, mit Unterstützung der Fachkraft für Jugendarbeit, Thorsten Krüger.

Für die meisten Teilnehmenden startete die Fahrt am Mittwoch, den 15.06.22, mit dem Zug um kurz nach 7 Uhr vom Düsseldorfer Hbf. Die anderen Teilnehmenden stiegen später zu, sodass sich ab Bielefeld schließlich die gesamte Gruppe auf dem Weg in die Bundeshauptstadt befand.

Während der Fahrt präsentierten die Teilnehmenden vorbereitete Kurzvorträge, welche die Zuhörer thematisch auf das Programm der Fahrt vorbereiteten.

In Berlin angekommen war die erste Station das Hotel, welches die Gruppe die nächsten Tage und Nächte beherbergen sollte.

Anschließend startete auch schon das inhaltliche Programm. Insgesamt lag der Schwerpunkt der verschiedenen Programmpunkte auf der Geschichte der deutschen Teilung und dem Nationalsozialismus.

Erster Halt war jedoch eine Führung durch das Reichstagsgebäude. Dem Bauwerk, in dem heute der Bundestag seine Sitzungen abhält. Anschließend konnten die Teilnehmenden von der Kuppel des Gebäudes bei bestem Wetter einen herrlichen Blick über Berlin genießen. Das schöne Wetter begleitete die Gruppe glücklicherweise auch die nächsten Tage.

Die Gruppe nach einem Vortrag auf der Besuchertribüne des Plenarsaals des Bundestags.

 

Nach der Führung hatten die Teilnehmenden die erste Gelegenheit Berlin in Kleingruppen selbständig zu erkunden, ehe sich zum Abendessen wieder alle versammelt haben. Einige machten sich danach noch weiter auf dem Weg und schlenderten durch Berlin.

Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, startete die Gruppe um kurz nach 9 Uhr vom Hotel. Dieser Tag stand vor allem unter dem Eindruck und dem Thema der deutschen Teilung und der Berliner Mauer. Erste Station war die East Side Gallery. Dies ist das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer und ist vielen sicherlich durch die vielen Bilder bekannt, welche dort nach dem Mauerfall von zahlreichen internationalen Künstlerinnen und Künstlern gemalt wurden. Nach einer rund einstündigen Führung zur Entstehung und Geschichte der East Side Gallery ging es für die Gruppe weiter in Richtung Bernauer Straße, wo nicht nur das zweitlängste Teilstück der Mauer, sondern teils die komplette Grenzanlage erhalten geblieben ist. Auch dort ließen sich die Teilnehmenden in einer Führung über den Aufbau der Grenzanlagen zwischen BRD und DDR (insbesondere der Mauer in Berlin) informieren.

Die East Side Gallery zwischen der Warschauer Straße und dem Ostbahnhof.

 

Zum Abschluss des Programmes machte sich die Gruppe auf den Weg zum Notaufnahmelager in Marienfelde, im südwestlichen Teil der Stadt. Dort wurden zur Zeit der deutschen Teilung Flüchtlinge aus der DDR untergebracht und registriert. In der dortigen Ausstellung bekamen die Teilnehmenden einen Einblick darüber, wie der Ablauf für die Menschen aus der DDR aussah, wenn sie in die BRD übersiedeln wollten. Als Highlight des Tages kam es zu einem Zeitzeugengespräch mit einer Frau, die in der DDR aufgewachsen ist und selbst mehrmals (und schließlich erfolgreich) die Flucht aus der DDR gewagt hat. Nach diesem anstrengenden, aber unheimlich interessanten und lehrreichen Tag wurden beim Abendessen die Eindrücke des Tages nochmal verarbeitet.

Der nächste Tag startete mit einer Führung durch den Treptower-Park und insbesondere rund um das sowjetische Ehrenmal. Mit diesem großen Mahnmal wollte die damalige Sowjetunion an den zweiten Weltkrieg erinnern.

Ein Blick über die Anlage des sowjetischen Ehrenmals für die sowjetischen Opfer des zweiten Weltkrieges.

 

Den restlichen Tag haben die Teilnehmenden dann selbst gestaltet. Von einem leckeren Eis, einer Fahrt zum Wannsee bis hin zu einem Spaziergang durch die Stadt war alles dabei.

Der folgende Samstag hatte den Nationalsozialismus und den zweiten Weltkrieg zum Thema. Der Tag begann mit einer Führung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ehe es zu einer weiteren Führung durch die Ausstellung „Topografie des Terrors“ kam, in der die nationalsozialistische Diktatur mit ihren Gräueltaten präsentiert wurde. Diese interessante und kurzweilige Führung regte die Teilnehmenden zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Nazi-Herrschaft an.

Denkmal für die über sechs Millionen ermordeten Juden in Europa.

 

Bei 35°C Außentemperatur machte sich die Gruppe im Anschluss zu einer Hop-On Hop-Off Tour auf, bei welcher mit dem Bus nochmal einige Stationen der letzten Tage angefahren wurden.

Vor und nach dem Abendessen hatten die Teilnehmenden dann wieder Freizeit, die auch genutzt wurde, um Orte abseits des Touristenstroms zu besuchen.

Der Abreisetag stand dem vorherigen Tag in Sachen Hitze um nichts nach. So „freute“ sich die Gruppe bereits um 10 Uhr morgens um Temperaturen um die 30°C. Daher war es angenehm, dass an diesem Tag mit dem Besuch des Sea-Life und des Aquadoms ein klimatisierter Programmpunkt auf der Agenda stand. Bis zur Abfahrt des Zuges am Nachmitttag hatten die Teilnehmenden noch ein letztes Mal die Gelegenheit, Berlin unsicher zu machen. Bei den hohen Temperaturen entschieden sich die meisten jedoch für ein kühles Getränk oder für eine kleine Abkühlung am Alexanderplatz.

Mit der Abfahrt in Berlin und der (leicht verspäteten) Ankunft in Düsseldorf endete die diesjährige Gedenkstättenfahrt. Der allgemeine Tenor der Fahrt war derselbe wie im letzten Jahr auch: eine super Fahrt, die so schnell wie möglich wiederholt werden sollte.

Für die Teilnehmenden bestand auch die Möglichkeit, Berlin auf eigene Faust zu entdecken.

 

Die fünf Tage und vier Nächte, die die Gruppe in Berlin verbracht hatte, haben den Teilnehmenden spannende und lehreiche Einblicke in einige der wichtigsten historischen Kapitel der deutschen Geschichte geliefert. Doch auch neben aller Ernsthaftigkeit der Themen kam der Spaß während der Fahrt nicht zu kurz und sorgte für eine gute Stimmung und ein tolles Gruppengefühl zwischen allen Beteiligten. So fand sich auch fast ausschließlich nur positives Feedback zur Fahrt und zur Organisation, verbunden mit dem erneuten Wunsch und der Vorfreude auf eine Gedenkstättenfahrt auch in 2023.
(Bericht: Steffen Tegeder, WTTV-Jugendvorstand)