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Wim, Stephan und Andre

Bericht von Cheftrainer Stephan-Schulte Kellinghaus
Beim vom 20.-22. Mai 2022 stattfindenden WTT Turnier im polnischen Badeort Wladyslawowo (an der Ostsee gelegen) durfte ich die zwei Jugendnationalspieler des WTTV, Andre Bertelsmeier und Wim Verdonschot begleiten und im Wettkampf betreuen. Beide spielten am Freitag im U17 Wettbewerb in der Gruppe wirklich gut. Wim gewann seine Gruppe, machte dabei gegen einen jungen Bulgaren (Veliechkiv, nächste Saison TTC Altena) ein super Spiel, was er knapp mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Auch das zweite Gruppenspiel gegen den Schweden Toner könnte er mit 3:1 für sich entscheiden. Damit stand der Gruppensieg fest. Im Hauptfeld unterlag er dann dem Polen Piotr etwas unnötig mit 1:3, nachdem er nach 1:0 Satzführung und 8:3 das Spiel eigentlich im Griff hatte.

Andre hatte es mit einem Kolumbianer zu tun, den er auch sicher schlagen konnte. Im zweiten Gruppenspiel stand ihm ein junger Koreaner gegenüber, der ihm mit seinem Aufschlagspiel große Probleme bereitete. Dieses Spiel ging leider mit 1:3 verloren. In der ersten Hauptrunde wartete dann ein weiterer Koreaner, der Andre nach toller Leistung und großem Kampf mit 3:1 besiegte. Andre hatte im vierten Satz einige Satzbälle, die er nicht nutzen könnte. Dennoch war sein Auftreten und seine Leistung sehr gut.

Fotos: WTT

Im U19 Wettbewerb starteten beide Jungs dann am Samstag mit den Gruppenspielen. Während bei Andre gegen einen jungen Polen nicht viel zusammenlief, rief Wim gegen Zalewski eine Top-Leistung ab, erreichte den fünften Satz und führe dort sogar mit 10:6. Leider konnte er das Spiel nicht für sich entscheiden. Zwei, drei schlechte Entscheidungen, aber auch phantastische Bälle des Polen verhinderten Wims Sieg. Dennoch stand nach dem Spiel eine außergewöhnlich tolle Leistung aber auch fehlende Erfahrung gegenüber. Aber um diese zu sammeln waren wir ja hier. In seinem zweiten Gruppenspiel könnte Wim mit einem ungefährdeten 3:0 gegen einen Norweger den Einzug in die Hauptrunde feiern.

Fotos: WTT

Andre hatte im zweiten Gruppe Spiel einen sehr schnellen und unangenehmen Usbeken gegenüber. Andre war nicht so frisch wie in den Wochen davor. Umso beeindruckender war es, wie er diese Drucksituation für sich annahm und seinen Gegner schlichtweg niederkämpfte. Am darauffolgenden Sonntag war dann leider in der ersten Hauptrunde für beide Jungs Endstation. Andre verlor gegen den von ihm viel zu hoch eingeschätzten Franzosen Coton, weswegen er auch zu viel Respekt hatte. Denn eigentlich war hier mehr drin. Alle vier Sätze waren umkämpft, gerade im vierten Satz, als Andre eine 7:3 Führung nicht durchbringen konnte, muss er besser „durchziehen“. Wim hatte es mit dem schwedischen Top-Talent Bjorkryd zu tun. Leider kam er mit dem Aufschlagspiel des Linkshänders selten gut zurecht, so dass er zu wenig Phasen hatten, in denen er das Spiel in den Griff bekam.

Schlussendlich war die Teilnahme in Polen grundsätzlich gut. Andre konnte wieder wichtige Punkte im Nominierungsrennen um die Teilnahme zur Jugend-EM sammeln, wenngleich mit glücklicheren Auslosungen auch hier mehr möglich gewesen wäre – er spielte das Turnier etwas unter Wert. Wim hingegen hatte einen tollen ersten Auftritt in dieser neuen WTT-Welt. Er hat gezeigt, dass er durchaus auf diesem Niveau spielen und sich positionieren kann. Allerdings muss er auch lernen, seine Spiele und seine Führungen durchzubringen, auch taktische Disziplin in den Phasen zu haben, wenn es mal nicht gut läuft, dort verliert er dann noch immer seine spielerische Linie.