Seite wählen

Die 90. Nationalen Deutschen Tischtennismeisterschaften liegen hinter uns. Erneut ist es dem WTTV gelungen, seine Spitzenposition unter Deutschlands Tischtennis-Verbänden zu verteidigen. Ausschlaggebend hierfür waren die überragenden Leistungen der Herren. Im Einzel stellte sie nicht nur den Sieger (Dang Qiu) und den Zweitplatzierten (Benedikt Duda), sondern sicherte sich sensationell auch noch den 3. Rang (Florian Bluhm). Auch im Herren-Doppel gingen die Plätze 1 und 2 nach Westdeutschland. Dang Qiu/Bendikt Duda besiegten im Finale Gerrit Engemann/Kirill Fadeev. Hinzu kamen zwei 3. Plätze im Mixed, wo Tobias Hippler an der Seite von Franziska Schreiner (HETTV) und Florian Bluhm gemeinsam mit Lea Lachenmayer (TTBW) das Halbfinale erreichte.

Anerkennung des Profis für den Außenseiter (B. Duda und F. Bluhm)

Die Damen blieben dagegen leider medaillenlos. Hier waren mit Nadine Sillus und Anne Sewöster, die Finalistinnen der Westdeutschen Meisterschaften, kurzfristig ausgefallen. Der junge Nachwuchs konnte die entstandene Lücke noch nicht vollständig füllen. Immerhin erreichten die 15-jährige Luisa Düchting mit der 19-jährigen Hannah Schönau das Viertelfinale im Doppel.

Stolz auf die Jüngste (L. Düchting und S. Schulte-Kellinghaus)

Mit diesen Ergebnissen trat der Tross des WTTV nach drei ereignisreichen Tagen zufrieden die Heimreise an. Die genauen Ergebnisse kann jeder Interessierte problemlos im Internet einsehen. Doch wie lief die Teilnahme am wichtigsten nationalen Tischtennis-Turnier des Jahres eigentlich im Einzelnen ab? Die folgenden Zeilen sollen einen Einblick in die Geschehnisse vom vergangenen Wochenende geben.

Der Weg ins Halbfinale wurde für T. Hippler durch D. Qiu versperrt

Schönau/Düchting überraschten im Doppel

 

Tag 1 – Die Anreise

 

Freitag, 12:00 Uhr mittags: Am Deutschen TT-Zentrum in Düsseldorf und an der Geschäftsstelle des WTTV in Duisburg treffen sich die Spielerinnen und Spieler nebst Betreuern zur Abreise nach Saarbrücken. Die ersten Hiobs-Botschaften sind noch am Vorabend eingetroffen. Krankheitsbedingt kann Nadine Sillus nicht spielen. Bei Anne Sewöster sind es berufliche Gründe, die ihr eine Teilnahme an den Meisterschaften unmöglich machen. Ganz kurzfristig springt Charlotte Schönau ein – unvorbereitet, aber mit Begeisterung.

 

Die Fahrt mit zwei Transportern verläuft zunächst zäh. Wegen des Beginns der Schulferien in NRW ist an ein schnelles Ankommen am Spielort nicht zu denken. Eine Sperrung der Autobahn ermöglicht es dem Tross unbekannte und abgelegene Straßen und Orte in der Eifel kennen zu lernen. Doch letzten Endes erreicht man nicht nur sicher das Ziel, sondern kommt auch so rechtzeitig an, dass für ein erstes Training und ein Kennenlernen der Wettkampfbedingungen ausreichend Zeit bleibt. Die Halle in Saarbrücken ist überraschend klein. Niemand scheint genau zu wissen, wie viele Zuschauer sie eigentlich fast. 700-900 Besucher sollen es sein. Die übrigen Bedingungen sind allerdings hervorragend. Es wird an acht Tischen gespielt, die optimal ausgeleuchtet sind. Der schwarze – statt dem üblichen roten Boden – macht einen guten Eindruck. Ein störender Luftzug ist nicht auszumachen. Alles ist nahezu perfekt – auf die Spielbedingungen wird man einen Misserfolg nicht schieben können.

 

Nach ungefähr zwei Stunden geht es ins Hotel. Duschen, Umziehen und dann ab zum gemeinsamen Abendessen. Die Wahl des Delegationsleiters Menges ist auf ein fußläufig zu erreichendes italienisches Restaurant gefallen. Pizza, Pasta, Salat, Alkohol nur für die Betreuer. Die Stimmung ist unruhig. Die Auslosung der Spielpaarungen für den kommenden Tag lässt auf sich warten. Mit Ausnahme des Delegationsleiters, der über kein Internet-fähiges Handy verfügt, wird der Aktualisierungsbutton auf allen Smartphones dauerhaft in Anspruch genommen. Gegen 22:00 Uhr hat das Warten endlich ein Ende. Die Auslosung ist online. Zum Glück ist niemand so wirklich unzufrieden. Luisa Düchting strahlt sogar. Sie darf sich in der ersten Runde mit der an Nummer 2 gesetzten Sabine Winter messen. Hier geht ein Traum in Erfüllung.

 

Der Fußmarsch zurück ins Hotel erfolgt in geordneten Bahnen. Niemand biegt zur nahegelegenen Spielbank ab, Spielerinnen und Spieler suchen ihre Zimmer auf, die Trainer organisieren das Coaching für den kommenden Tag, der restliche Tross lässt den Anreisetag entspannt an der Hotelbar ausklingen. Noch vor Mitternacht haben sich allerdings alle zur Ruhe begeben. Immerhin klingelt für die meisten von ihnen bereits um 6:00 Uhr des kommenden Tages der Wecker.

 

 

Fortsetzung folgt.